TC Grün-Weiß Rheinberg · Der familienfreundliche Tennisclub. :: TC Rheinberg Grün-Weiss trotzt dem Trend

Ganzjährig erfolgreiche "Tennisfamilie" ...

Der Tennisclub hat seine Mitgliederzahl in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt. Grund hierfür ist eine neue Ausrichtung in Richtung Familien und das Engagement der Mitglieder. Das wird auch in der Corona-Krise deutlich.

 

Als der Tennis-Boom der 1980er-Jahre, den Boris Becker und Steffi Graf ausgelöst hatten, langsam, aber stetig abnahm, da ging es auch beim TC Rheinberg Grün-Weiss mit den Mitglieder-Zahlen kontinuierlich bergab. Waren es in der Spitze noch mehr als 400 Vereinszugehörige, zählte der Club zu seinem 100-jährigen Bestehen im Jahr 2014 gerade noch 135. „Da haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, was wir tun können, welche Möglichkeiten wir haben. Und uns war relativ schnell klar, dass eine klare Struktur her muss“, sagt Vorsitzender Andreas Rohrbach.

 

Die erste Entscheidung, die die Verantwortlichen trafen, war die Ausrichtung des Clubs, die fortan in Richtung Breitensport mit klarem Fokus auf die Familie gehen sollte. Außerdem erarbeitete der Vorstand ein Leitbild, das eine klare Zielsetzung hatte: „Wir werden der Tennisverein mit der größten Familienorientierung in Rheinberg.“ Gesagt, getan: Innerhalb von sechs Jahren verdoppelte der TC Rheinberg Grün-Weiss seine Mitgliederzahl auf heute 283. „Und das haben wir geschafft, ohne Abwerbung bei anderen Vereinen zu betreiben oder mit niedrigen Beiträgen zu locken“, sagt Rohrbachs Stellvertreter Michael Schiffer.

 

Doch wo genau liegt nun das Geheimnis dieser Entwicklung, die so ganz entgegen dem Trend, dass Sportvereine mit rückgängigen Mitgliederzahlen zu kämpfen haben, liegt? Andreas Rohrbach zählt auf: „Seit 2015 haben wir eine Tennis-Schule, der mittlerweile 90 Kinder angehören. Wir veranstalten regelmäßig Familien-Events wie Eltern-Kind-Turniere, haben einen Spielplatz und eine Spielecke im Clubhaus. Und wir zeigen Präsenz in Rheinberg, ganz gleich, ob es sich um den Karneval oder das Stadtfest handelt.“

 

Das kam und kommt bei den Menschen an. „Wir haben ehemalige Mitglieder reaktivieren können, aber auch neue Tennis-Interessierte für uns begeistern können“, sagt Schiffer. Doch der Ideenreichtum des TC Rheinberg Grün-Weiss ist damit noch nicht beendet. Für die Winter-Saison 2019/20 ließ sich der Club etwas Besonderes einfallen. Er installierte auf seiner Anlage eine Eisstock-Bahn aus Kunststoff. „Wir haben zwar neben unseren sechs Außenplätzen auch eine Halle mit zwei Plätzen, wollten aber ein zusätzliches Angebot machen. Und das ist sensationell angenommen worden“, sagt Rohrbach.

 

Jeden Donnerstag versammelten sich ab dem 6. Januar, als die Bahn eröffnet wurde, zahlreiche Mitglieder, um statt zum Tennisschläger zu den Eisstöcken zu greifen. Ende Februar veranstaltete der Verein sogar schon die erste Rheinberger Stadtmeisterschaft im Eisstockschießen. „Dass unser Clubhaus-Wirt zu jedem Eisstockschießen-Termin unterschiedliche Gerichte servierte, hat die Sache endgültig rund gemacht“, so Schiffer.

 

Der Vereinschef und sein Stellvertreter betonen, dass all diese positiven Entwicklungen aber nicht möglich wären, wenn es nicht so eine große Zahl von Mitgliedern gäbe, die sich im Verein engagieren. „Es steckt viel Teamarbeit dahinter. Von den Platzwarten, über den Clubhaus-Wirt und die Vorstandsmitglieder bis hin zu sehr vielen engagierten Mitgliedern ohne offizielle Ämter machen alle einen super Job. Das ist die beste Werbung für uns“, sagt Rohrbach.

 

Das zeigt sich übrigens auch in der aktuellen Corona-Krise, die im Tennis ebenfalls für Stillstand sorgt. Doch der TC Rheinberg Grün-Weiss bleibt rührig und lässt seine Mitglieder nicht allein. Es gibt Einkaufsangebote für ältere Mitglieder, es werden Gesichtsmasken genäht und zweimal in der Woche gehen E-Mails an sämtliche Mitglieder raus, um diese auf dem aktuellen Stand zu halten.

 

Dazu verleiht die Tennisschule von Henning Rohrbach ihr Equipment, damit Mitglieder möglicherweise im eigenen Garten ein wenig am (Tennis)-Ball bleiben zu können.

 

„Unsere Plätze sind bereit, wir könnten sofort loslegen und scharren auch schon mit den Hufen. Aber das Gemeinwohl geht natürlich vor. Es ist absolut richtig, kein Risiko einzugehen. Zu sagen, wann es so weit sein wird, das käme dem Blick in die Glaskugel gleich“, sagt Andreas Rohrbach.

 

 

RP online vom 15. April 2020

 

 

 

 

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